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Mietpreise steigen in Deutschland zur Zeit weniger an

Wohnzimmer einer Mietwohnung

In den vergangenen Jahren sind die Mieten deutlich gestiegen, wodurch Immobilien als Investitionsobjekt immer attraktiver wurden. Laut einer Studie des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) schwächt sich die Mietpreissteigerung in vielen Großstädten jedoch kontinuierlich ab. Veränderungen auf dem Mietwohnungsmarkt werden dabei durch verschiedene Faktoren hervorgerufen. Dennoch bleiben Mietwohnungen vor allem in den Großstädten weiterhin eine lohnende Investition.

 

 


Wohnpreisspiegel des Immobilienverbandes Deutschland 
Der IVD veröffentlicht regelmäßig den IVD-Wohnpreisspiegel, welcher ein granulares Bild von der Wohnungslandschaft in Deutschland bietet. Analysiert wurden die Wohnungspreise in 400 Städten unterschiedlicher Größe. Der Beobachtungszeitraum der Mietpreise war das erste Halbjahr des laufenden Jahres. Zu erkennen ist, dass die Mietpreissteigerungen für Bestandswohnungen mit durchschnittlich 2,7 % um 0,1 % unter dem Vorjahreswert liegen. 
Damit setzt sich ein Trend fort, welcher bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war. Betroffen sind hiervon allerdings in erster Linie Großstädte. Städte bis 100.000 Einwohner verzeichnen mit einer durchschnittlichen Mietpreiserhöhung von über 4 % sogar eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (3,4 %). Ein ähnliches Bild bietet sich bei Kleinstädten, in denen die Mietpreise ebenfalls stärker gestiegen sind als im Vorjahr. Unterdurchschnittliche Mietpreise werden weiterhin in Bremen und Niedersachsen verlangt. Mit 7,90 Euro beziehungsweise 7,85 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen lag der Preis deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt mit 8,55 Euro. Bemerkenswert ist hier jedoch, dass der Mietanstieg in der norddeutschen Hansestadt mit 3,8 % über dem Durchschnitt lag.


Eigentumswohnungen werden teuer
Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen ist in den Großstädten jedoch teilweise um rund 10 % gestiegen. An erster Stelle steht hier weiterhin München. Dies erscheint zunächst beachtlich, wenn man bedenkt, dass durch die Corona-Pandemie der Investitionsfluss häufig eingeschränkt war. Dabei sind es besonders die Speckgürtel der Großstädte, die an Attraktivität gewinnen. Laut dem Immobilienverband Deutschland sind die Preise nicht trotz, sondern wegen der Corona-Pandemie gestiegen: Menschen wurde der Wert der eigenen vier Wände in der Krise wieder bewusst, was die gesteigerte Nachfrage erklärt. Auch Einfamilien- und Reihenhäuser sind in den Großstädten teurer geworden, was diese These untermauert. Als Ursache kann daher sicher eine gesteigerte Nachfrage in Betracht kommen. Gleichzeitig ist der Platz in Städten wie Berlin, München oder Hamburg allerdings auch begrenzt, was von Natur aus zu einer Preissteigerung der begehrten Objekte beiträgt.


Mögliche Ursachen
Als mögliche Ursache für die Entspannung auf dem Mietwohnungsmarkt in den deutschen Großstädten wird unter anderem der Bau neuer Wohnungen angeführt. Dies klingt plausibel, da in den vergangenen Jahren überwiegend in den Metropolen neu gebaut wurde, während Mittelstädte und der ländliche Raum eher vernachlässigt wurden. Des Weiteren dürfte die Mietpreisbremse ihren Teil zu den weniger großen Mietpreissteigerungen beitragen. Da tendenziell mehr Bauprojekte in den Großstädten forciert werden und die Mietpreisbremse weiterhin gilt, dürfte sich das Bild in den kommenden Jahren sogar noch verfestigen. 


Immobilienmarkt verspricht weiter hohe Renditen
Obwohl die Mietpreise in Großstädten nicht mehr ganz so stark steigen, sind Mietwohnungen weiterhin eine lohnende Investition. Besonders die Preissteigerungen in den Klein- und Mittelstädten sollten jedoch im Auge behalten werden. Mittelfristig könnten sie weiter anziehen und interessantere Alternativen zu neuen Mietwohnungen in den Großstädten offenbaren. Dank zahlreicher Subventionen beim Gebäudebau und der Sanierung von Bestandswohnungen sowie der nach wie vor hohen Nachfrage ist aber klar, dass überall neue Wohngebäude entstehen werden und der Mietwohnungsmarkt in Bewegung bleibt.